Rezension Soul – Die Bürde des Blutmondes von Jennifer Ebbinghaus

„Ein Buch, das mit starker Botschaft, wunderschönem Design und emotionalem Finale überzeugt.“
Worum geht es?
In einer Welt, in der das Gestaltwandeln über die Zukunft ihres Volkes entscheidet, eint die Mondgeborene Ramira und ihren besten Freund Leif dasselbe Schicksal: Sie sind in ihrer Gestalt gefangen.
Die Tochter der Alpha, die ihre tierische Seele nicht beherrscht, kämpft verbissen darum, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Doch niemand glaubt, dass Ramira der Bedrohung gewachsen ist, die jenseits ihrer Grenze wächst. Seit Jahrzehnten fordert der Blutkönig im Roten Reich unzählige Opfer für die Privilegien der Starken und nichts scheint seinen Durst nach mehr zu stillen.
Jene Grausamkeit raubte Leif bereits seine Familie. Als letzter sonnengeborener Wolf setzt er nach dem Verlust alles daran, seiner menschlichen Gestalt zu entkommen – bis auch Ramira und das Freie Volk in Gefahr geraten. Plötzlich muss er entscheiden, ob er sich alles nehmen lässt oder für seine beste Freundin vom Fliehenden zum Jäger wird.
Zwischen zerbrochenen Träumen, tödlichen Bedrohungen und aufflammenden Gefühlen bricht Ramiras Schicksal aus ihr hervor. Und nur der Blutmond wird entscheiden, ob diese Bürde ihre Rettung ist – oder ihr Untergang …
Quelle: wirsindeda.de
Meine Meinung
Jennifer Ebbinghaus hat mit Soul – Die Bürde des Blutmondes ein Buch geschaffen, das nicht nur optisch überzeugt, sondern auch inhaltlich tief unter die Haut geht. Schon das Cover ist ein echtes Highlight: wunderschön gestaltet, farblich stark und absolut passend zur Atmosphäre der Geschichte. Dazu kommt der besondere Umstand, dass das Buch komplett vegan produziert wurde, was das Werk auch abseits des Inhalts zu etwas Besonderem macht.
Inhaltlich behandelt das Buch ein wichtiges und ernstes Thema, das weit über die Entwicklung einer einzelnen Protagonistin hinausgeht. Zwischen den Zeilen gelingt es der Autorin, auf ein System aufmerksam zu machen, das von Tierquälerei und Grausamkeit geprägt ist und eins zu eins auf unsere heutige Welt gespiegelt werden kann. Genau diese Ebene hat mich besonders beeindruckt, weil sie der Geschichte eine zusätzliche Tiefe verleiht und zum Nachdenken anregt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich der Blutkönig, der mir stellenweise etwas zu kurz kam. Zwar wird seine Präsenz immer wieder spürbar, doch ich hätte mir eventuell Szenen aus seiner Perspektive gewünscht, um seine Grausamkeit und Bedrohlichkeit noch intensiver zu erleben. Auch zwischendurch hatte die Geschichte für mich ein paar Längen, obwohl der Schreibstil der Autorin wirklich außergewöhnlich bildlich und atmosphärisch ist. Vermutlich diente das auch bewusst dazu, den Fokus stärker auf die Gefühle der Figuren zu legen.
Das Ende konnte mich dafür noch einmal vollständig mitreißen. Hier war ich emotional ganz nah bei Ramira und Leif und habe extrem mit ihnen mitgefiebert. Gerade dieser Schluss hat für mich vieles wieder aufgefangen und die Geschichte stark abgerundet.
Ein atmosphärisches, bewegendes und thematisch wichtiges Buch mit wunderschöner Aufmachung und einer starken Botschaft — auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Spannung und mehr Einblicke in den Blutkönig gewünscht hätte, vergebe ich sehr gute 4 von 5 Sternen.

Von mir gibt es verschont und freigelassene 4 von 5 Delicious Sternchen
Details
Seitenzahl: 396 Seiten
Erscheinungstermin: 28.04.2026
Verlag (Selfpublisher): über Edition Grace O`Malley
Print: 22,00 €
eBook: 4,99€




