Interview Mona Seiffert

12. Mai 2017 0 Von lexysbookdelicious

Huhu ihr h├╝bschen, <3
neuer Tag neues Interview. ­čÖé
Heute habe ich wieder eine ganz besondere Autorin f├╝r euch. ­čśë
Mona Seiffert und ihre fantastischen Romane.
Ich w├╝nsche ich mal wieder viel Freude und freue mich auf Feedback.
Ich pers├Ânlich musste bei diesem Interview so einige male Grinsen, aber lest selbst. ­čÖé
Euer Lexy

Stelle dich doch einmal kurz vor.

Ich bin Mona, meines Zeichens Fantasy-Autorin. Ja, Fantasy – das mit den Elfen und Orks und Schwertern und so. Ja, auch Drachen. Ich mag Drachen. Da man die aber nicht als Haustier halten kann, habe ich eine Katze. Ist in etwa das Gleiche. Achja, und da laufen irgendwo auch noch zwei kleine Kinder in meinem Haus herum und halten mich vom Schreiben ab. Wenn ich mal nicht mit der Pflege und Bespa├čung des Kleinvolkes besch├Ąftigt bin, bin ich eigentlich Grafikerin und Illustratorin.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Die Frage ist eher: wie ist das Schreiben zu mir gekommen? Und die Antwort w├Ąre in beiden F├Ąllen: ich habe keine Ahnung. Ich erinnere mich wirklich nicht … doch, halt! Da war was. In einem Schulheft, ich war 8 oder 10 Jahre alt, wer wei├č. Ich habe etwas ├╝ber einen Geist geschrieben, der daf├╝r verantwortlich ist, dass Tr├Ąume immer so wirr sind. So hat das mit dem Schreiben angefangen und ist seitdem eigentlich die meiste Zeit ├╝ber ein bedeutenter Teil meines Lebens gewesen. Es gab immer wieder l├Ąngere Phasen, in denen ich mehr gezeichnet, oder aus Mangel an Kraft und Zeit nichts getan habe. Aber mein Kopf hat nie damit aufgeh├Ârt, Geschichten zu erz├Ąhlen. Ich habe schon immer Trickserien, Filme, B├╝cher und Comics weitergedacht, noch bevor der Begriff “Fanfiction” in meinem Wortschatz aufgetaucht ist. Aufgeschrieben habe ich das aber nie. Das war immer meinen eigenen Figuren vorbehalten.

Wo schreibst du am liebsten?

Ich habe immer ein Notizbuch dabei, in das ich schonmal erste Szenen-Entw├╝rfe und Skizzen kritzele. Ab und zu tippsel ich notgedrungen auf einem Tablet herum. Ein Laptop habe ich nicht. Ich muss also gestehen, dass ich ganz schn├Âde und langweilig tats├Ąchlich meistens an meinem PC sitze. Hier habe ich alle Daten, hier habe meine Ruhe. Das ist mir wichtiger als ein inspirierendes Umfeld.

Erz├Ąhle uns ein bisschen von deinen eigenen Werken.

Jetzt wird’s schwierig. Wo soll ich da anfangen und wer bremst mich, wenn ich dann mal in Fahrt gekommen bin? Ideen habe ich genug f├╝r mindestens 20 B├╝cher, einige davon Mehrteiler. Ein paar davon sind schon so weit ausgereift, dass es mir t├Ąglich in den Fingern juckt damit anzufangen. Aber erst einmal will ich mein derzeitiges Herzensprojekt – das mich seit mehr als zwei Jahren konstant in den Wahnsinn treibt – beenden.
Der Arbeitstitel lautet “K├Ânigskinder” und wenn ich es in drei Worten zusammenfassen m├╝sste, w├╝rden die lauten: Pirates on Dragons! (Ich sagte doch, ich mag Drachen.) Die Grundidee war die Frage, was nach dem “Ende” – das in den meisten Fantasy-Romanen hei├čt, dass die B├Âsen in einer epischen Endschlacht besiegt wurden – weiter passiert. Also habe ich die B├Âsen losgeschickt, um ihr finsteres Korsarenreich Amrash zur├╝ck zu erobern und Rache f├╝r ihren gefallenen K├Ânig zu nehmen. Die Amrash sind r├╝cksichtslose Schwarzmagier und Menschenfresser, R├Ąuber, M├Ârder und vor allem auch eitel. Und sie setzen alles daran, nicht nur ihr Land zur├╝ck zu bekommen, sondern auch die ganze Welt zu retten, die von einer noch viel unheilvolleren Macht bedroht wird.
Meine Helden sind also die B├Âsen und ihre Methoden eher gew├Âhnungsbed├╝rftig. Aber nachdem mein Deb├╝t “Feuergabe” (erschienen 2015 beim Aeternica-Verlag) eine sehr klassische, schon fast klischeehafte Heldenreise war, ist es unheimlich erfrischend, mit den Protagonisten meiner Geschichte neue und unkonventionelle Wege gehen zu k├Ânnen. Inzwischen habe ich sie fest ins Herz geschlossen und vielleicht liegt es auch daran, dass es mir so schwer f├Ąllt, das Projekt zu Ende zu bringen.

Beschreibe uns kurz deinen Schreibstil.

Klassisch. Teilweise etwas blumig. Ich schrecke nicht vor dem Einsatz von Adjektiven zur├╝ck, seid also gewarnt! Ich male Bilder mit Worten und komponiere S├Ątze zu mitrei├čenden Sinfonien, die Gedanken und Gem├╝t zugleich erfreuen sollen. Ich kann schon mal langatmig werden, erm├╝dend fast, ausf├╝hrlich bis in die Details und auch dar├╝ber hinaus, wenn ich es w├╝nsche. Oder ich fasse mich kurz. Wenn es um Action geht, um K├Ąmpfe und Gemetzel. Dann bleibt keine Zeit f├╝r Dateils, keine Zeit f├╝r sch├Âne Umschreibungen. Dann flie├čt Blut.

Was sind deine Lieblingsb├╝cher?

An dieser Stelle nenne ich meist die Scheibenweltromane von Terry Pratchett. Sie haben mich lange Jahre begleitet, bis wir vom Meistes des skurrilen und lehrreichen Humors Abschied nehmen mussten. Ich lese seitdem eher wenig. Zum einen, weil ich wenig Zeit habe. Zum anderen, weil ich mich gerne auf meine eigene Arbeit konzentriere und ich gemerkt habe, dass ich dazu neige den Stil der Autoren zu ├╝bernehmen, deren Romane ich gerade lese. Ansonsten tendiere ich auch hier zu klassischen und eher handfesten B├╝chern. Lieber Conan als Twilight, lieber Moby Dick als Panem. Habe ich den Hobbit schon erw├Ąhnt? Nein. Das muss ich auch nicht, denke ich.

Was d├╝rfen wir in der Zukunft von dir erwarten?

Diverser. Kontroverses. Ich m├Âchte nicht sagen: “Gro├čes”. Der Wunsch danach ist glaube ich jedem Autor und K├╝nstler zueigen. Ich hoffe K├Ânigskinder bald beenden und mit Hilfe meines Agenten bei einem gro├čen Verlag unterbringen zu k├Ânnen. Was danach kommt … das werden wir sehen. Ich werde weiter schreiben. Ich werde weiter ver├Âffentlichen, auf die eine oder andere Art und Weise. Ich werde meinen Ideen und meinem Weg, sie umzusetzen, treu bleiben und versuchen, alle damit zu ├╝berraschen und zu begeistern.

Wenn ihr einen kleinen Einblick und Vorgeschmack bekommen wollt, k├Ânnt ihr euch auf www.mona-seiffert.net umsehen. Dort findet ihr Texte, Projekte, Theoretisches und Allt├Ągliches aus dem Autorenleben.

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